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P8000

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P8000 mit Festplattenbeistellgerät, EPROM-Programmiergerät und Terminal

Das Mikrocomputersystem P8000 wurde 1987 in der Deutschen Demokratischen Republik vom VEB Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow „Friedrich Ebert“ (EAW) entwickelt und bis 1989 hergestellt. Das weiterentwickelte P8000 Compact mit integrierter Festplatte und batteriegepufferter Echtzeituhr wurde wahlweise mit der zusätzlichen CPU U80601 ausgeliefert.

P8000 Compact mit Terminal

Das System besteht aus einer Kombination von 8-Bit- und 16-Bit-Mikrorechner, die über einen 32-Bit-Parallelschnittstellenbus miteinander verbunden sind. Es war als universell einsetzbares Programmier- und Entwicklungssystem für Multi-User-/Multi-Task-Anwendungen gedacht.[1] Das von Christine Porsdorf gestaltete Gerät wurde im Frühjahr 1989 anlässlich der Leipziger Messe als Gutes Design ausgezeichnet.[2] Der Preis lag bei 172.125 Mark.[3]

8-Bit-Mikrorechner

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Der 8-Bit-Mikrorechner im P8000 basiert auf dem Mikroprozessor U880 mit einer Taktfrequenz von 4 MHz. Hinzu kommen Peripherieschaltkreise und der Floppy-Disk-Controller U8272. Es stehen neben den 64 KB Arbeitsspeicher noch bis zu 16 KB EPROM und 2 KB statischer RAM zur Verfügung. Über die vier seriellen Schnittstellen können Terminals und Drucker betrieben werden. Weiterhin ist auch eine parallele Schnittstelle eingebaut, die beispielsweise den Anschluss eines EPROM-Brenners erlaubt. Alle diese Funktionsbaugruppen sind auf einer einzelnen Leiterplatte untergebracht. Zur Datenspeicherung sind zwei 5,25″-Diskettenlaufwerke eingebaut. Extern können zwei weitere 5,25″- oder 8″-Diskettenlaufwerke angeschlossen werden.[4]

16-Bit-Mikrorechner

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Der 16-Bit-Mikrorechner hat den Mikroprozessor U8001 mit einer Taktfrequenz von 4 MHz zur Grundlage. Das System ist um bis zu fünf Steckkarten erweiterbar, beispielsweise mit Arbeitsspeicher von höchstens 1 MB. In weiteren bis zu 16 KB Festwertspeicher it das Betriebssystem untergebracht, 2 KB statischen RAMs dienen zur Zwischenspeicherung von Daten. Wie beim 8-Bit-Rechner auch sind vier serielle Schnittstellen vorhanden. Über eine weitere parallele Schnittstelle wird die Verbindung mit einer externen Festplatte realisiert.[5]

Festplattencontroller

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Der Festplattencontroller ist zusammen mit zwei Festplatten in einem Beistellgerät untergebracht. Er basiert auf dem Mikroprozessor U880. Zur Zwischenspeicherung der Daten dienen 6 KB statischen RAMs. Als Festplatten kommen Laufwerke mit ST506-Schnittstelle zum Einsatz. Waren die Plattenparameter in den ersten Betriebssystemversionen noch fest enthalten, ist es ab der Version 4.2 möglich, jede beliebige MFM-Festplatte mit wenigstens 10 MB Speicherkapazität einzusetzen.[6]

Als Ein- und Ausgabegerät dient ein Terminal, das aus einem Grünmonitor, einer Tastatur sowie einem Steuerrechner besteht. Das Terminal unterstützt verschiedene Betriebsmodi und bot zudem die Möglichkeit, zwischen zwei Zeichensätzen zu wechseln. Die Schnittstelle stellt die Betriebsarten V.24 und IFSS bereit. Der Steuerrechner basiert auf einem U884 und dem Grafikcontroller KR580WG75 (Nachbau des Intel 8275). Akustische Signale werden mit einem Piezophon ausgegeben. Hergestellt wurde das Terminal vom VEB Steremat.

Unterstützte Betriebssysteme

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Einzelnachweise

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  1. Ludwig Claßen: P8000 - ein universelles 16-Bit-Mikrorechnerentwicklungssystem In: Mikroprozessortechnik. 3/1987, S. 68.
  2. GUTES DESIGN 1989. In: form+zweck, 21. Jahrgang, Heft 3/1989, urn:nbn:de:bsz:14-db-id416501729-198900308, S. 2–3.
  3. P8000. In: Robotrontechnik.de. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  4. Ludwig Claßen: P8000 - ein universelles 16-Bit-Mikrorechnerentwicklungssystem In: Mikroprozessortechnik. 3/1987, S. 68 f.
  5. Ludwig Claßen: P8000 - ein universelles 16-Bit-Mikrorechnerentwicklungssystem In: Mikroprozessortechnik. 3/1987, S. 69.
  6. Ludwig Claßen: P8000 - ein universelles 16-Bit-Mikrorechnerentwicklungssystem In: Mikroprozessortechnik. 3/1987, S. 70.