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Maria

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Maria ist ein weiblicher Vorname. Als zusätzlicher, nachgeordneter Vorname kann er auch von Männern getragen werden.

Herkunft und Bedeutung

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Beim Namen Maria handelt es sich um die lateinische Variante des hebräischen Namens מִרְיָם mirjām.[1][2] Die Bedeutung des Namens ist nicht vollkommen geklärt. Als Deutungsmöglichkeiten werden diskutiert:

  • ma- + Wurzel *RĪM: „Geschenk (Gottes)“[1]
  • ägyptischer Personenname Mr[j/t]-Jmn: „Geliebte Amuns“[1][2]
  • Wurzel מרה: „die Widerspenstige“[1][2]
  • Wurzel מרא: „Die Dicke“[1]
  • mrj / mr’: „Die Fruchtbare“[2]
  • alte Traditionen: יָם jām „Meer“ und „Myrrhe“ bzw. „Stern“: „Meeresmyrrhe“, bzw. „Meeresstern“[2]. Im Lateinischen als stella Maris ‚Meeresstern‘ missverstanden oder umgedeutet und im 9. Jahrhundert n. Chr. erstmals belegt.[3]

Im Neuen Testament ist griechisch Μαριάμ der Name der Mutter Jesu, der Maria von Magdala und der Maria von Bethanien.

Der Name Maria ist international sehr beliebt.[4][5][6][7][8] Hervorzuheben sind Portugal, wo der Name seit mehreren Jahren Rang 1 der Hitlisten belegt[9], Armenien (Rang 2, Stand 2020)[10], Spanien (Rang 4, Stand 2020)[11] und Polen, wo er im Jahr 2021 mit Rang 11 die Top-10 knapp verfehlte.[12]

In Deutschland gehörte der Name im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu den beliebtesten Mädchennamen.[13] Der Name belegte Rang 7 in den 1880er[14] und Rang 6 in den 1890er Jahren[15]. Mit kleinen Höhepunkten in den 1950er und 1980er Jahren sank die Beliebtheit des Namens und stieg erst im 21. Jahrhundert wieder leicht an. Trotzdem geriet der Name nie völlig außer Mode.[13] Im Jahr 2021 belegte Maria Rang 41 der beliebtesten Vornamen in Deutschland.[16] Als Zweitname liegt Maria auf Rang 3 der Hitlisten – das Verhältnis zwischen Ruf- und Zweitnamenvergabe beträgt 1:3,5.[17]

In der Schweiz wird der Name seit 1930 jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Bis Anfang der 1990er Jahre lag er stets in den Top-10 der Hitlisten. Viele Jahre belegte er die Spitzenposition. In den letzten zehn Jahren wurde er etwa 1.500 Mal vergeben.[18] Der Name war im Jahr 2022 der häufigste Vorname unter der ständigen Wohnbevölkerung.[19] In Österreich befand sich der Name von 1984 bis 1989 in den Top-30. Dann ließ seine Popularität nach, wobei er bis heute stets einen Platz in den Top-60 belegt.[20]

Der Name wird in Frankreich seit 1900 jährlich vergeben. Von 1900 bis 1928 und von 1965 bis 1973 lag er in den Top-50. Dann ging seine Beliebtheit zurück. Seit den 2010er Jahren steigt seine Vergabe wieder an.[21] In Italien gehört der Name seit 1999 zu den 50 beliebtesten Mädchennamen. Seit den 2020er Jahren lässt seine Popularität leicht nach.[22] Der Name zählt in den USA in den letzten hundert Jahren zu den 100 beliebtesten Vornamen.[23]

In Norwegen gehört der Name seit 1945 zu den Top-100. Zwischen 1977 und 2008 war er stets unter den 10 beliebtesten Vornamen. Danach ließ seine Beliebtheit nach.[24] Der Name befindet sich in Schweden seit 1998 in den Top-100 der Vornamenscharts.[25] In Dänemark zählt der Name seit den 1980er Jahren zu den 100 beliebtesten Mädchennamen.[26]

Maria als männlicher Vorname

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Besonders in katholischen Gebieten kam dem Namenspatron eine hohe Schutzfunktion für den Namensträger zu. Die Gottesmutter Maria galt und gilt in der katholischen Kirche als mächtige Fürsprecherin, weshalb sich der Vorname auch für Männer einbürgerte.[27]

Zusammengesetzte Namen

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Das Fest Mariä Namen wird in der römisch-katholischen Kirche am 12. September gefeiert. Papst Innozenz XI. führte das Fest 1683 zum Dank für den Sieg über die Türken vor Wien in den römischen Generalkalender ein. Weitere mögliche Namenstage sind die zahlreichen Marienfeste.

Namensträgerinnen

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Frauen in der Bibel (Neues Testament)

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Antike Namensträgerinnen

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  • Maria die Jüdin (zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert), bedeutendste Alchemistin der Antike

Namensträgerinnen des geweihten Lebens

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Adlige Namensträgerinnen

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Bürgerliche Namensträgerinnen

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Männliche Namensträger

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Männliche Personen tragen den Namen Maria als ergänzenden Zweit- oder Drittnamen.

Beispiele

Geläufige männliche Vornamen mit der Ergänzung Maria/Marie sind im französischen Sprachraum Jean-Marie und im spanischen Sprachraum José María.

Commons: Maria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Maria – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. a b c d e Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6, S. 741.
  2. a b c d e Ursula Rapp: Mirjam. In: Bibelwissenschaft. Deutsche Bibelgesellschaft, Januar 2007, abgerufen am 7. April 2022.
  3. Manfred Görg: Mirjam. In: Manfred Görg, Bernhard Lang (Hrsg.): Neues Bibel-Lexikon. Band 2: H – N. Benziger, Zürich u. a. 1995, ISBN 3-545-23075-9, Sp. 816.
  4. Maria (1). In: Vornamen Weltweit. Matthias Grönert, abgerufen am 17. Mai 2022.
  5. Maria (2). In: Vornamen Weltweit. Matthias Grönert, abgerufen am 17. Mai 2022.
  6. Mária. In: Vornamen Weltweit. Matthias Grönert, abgerufen am 17. Mai 2022.
  7. María (1). In: Vornamen Weltweit. Matthias Grönert, abgerufen am 17. Mai 2022.
  8. María (2). In: Vornamen Weltweit. Matthias Grönert, abgerufen am 17. Mai 2022.
  9. Popularity in Portugal. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. Mai 2022.
  10. Popularity in Armenia. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. Mai 2022.
  11. Popularity in Spain. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. Mai 2022.
  12. Popularity in Poland. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. Mai 2022.
  13. a b Maria. In: Beliebte Vornamen. Knud Bielefeld, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  14. Beliebteste Vornamen der 1880er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  15. Beliebteste Vornamen der 1890er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  16. Deutschlands beliebteste Namen des Jahres 2021 – Top 500. In: Beliebte Vornamen. Knud Bielefeld, abgerufen am 17. Mai 2022 (deutsch).
  17. Ausführliche Auswertung: Vornamen 2021. In: GfdS. Gesellschaft für deutsche Sprache e. V., 6. Mai 2022, abgerufen am 17. Mai 2022.
  18. Maria. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  19. Vor- und Nachnamen in der Schweiz. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 5. April 2024.
  20. Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 30. Dezember 2025.
  21. Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  22. Popularity in Italy. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  23. Popularity in the United States. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  24. Popularity in Norway. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  25. Popularity in Sweden. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  26. Maria. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  27. Warum Jungs Maria, Mädchen nicht Joseph heißen dürfen. In: focus.de. 29. September 2013, abgerufen am 21. August 2023.