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Messtechnik

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Test einer Maschine zur Messung des Durchmessers von glatten und gerändelten Ringlehren[1] im Rahmen von Genauigkeitsmessungen am britischen National Physical Laboratory (NPL), einem Labor für Metrologie. (1944)

Die Messtechnik befasst sich mit Geräten und Methoden zur Bestimmung (Messung) physikalischer Größen wie beispielsweise Länge, Masse, Kraft, Druck, elektrische Stromstärke, Temperatur oder Zeit. Zu den Aufgaben und Zielen der Messtechnik zählt die Entwicklung von Messsystemen und Messmethoden sowie die Erfassung von Messgrößen, der Modellierung und Reduktion (Korrektur) von Messabweichungen und unerwünschten Einflüssen. Dazu gehört auch die Justierung und Kalibrierung von Messgeräten sowie die korrekte Reduktion der Messungen auf einheitliche Bedingungen.

Die Messtechnik spielt in vielen wissenschaftlich-technischen Fachgebieten und für Technologien, speziell in der Metrologie, eine wichtige Rolle. Teilgebiete der Messtechnik sind die elektrische Messtechnik (siehe unten), die digitale Messtechnik und auch die Sensorik. In letzterem Fall werden Messgrößen über elektrische Signale oder Größen, beispielsweise Strom, Spannung oder Widerstand, zu digitalen Daten, die anschließend digital weiterverarbeitet werden.

Die für die Messtechnik grundlegende Norm ist in Deutschland DIN 1319.

Die Messtechnik lässt sich nach verschiedenen Arten des Vorgehens bei einer Messung (Messmethoden) gliedern:

Ausschlags-Methode, Nullabgleichs-Methode und Konkurrierendes

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Bei der Ausschlags-Messmethode wird der Messwert aus dem Ausschlag oder einer anderen Anzeige eines Messgerätes ermittelt.

  • Beispiel: Federwaage mit Skalenbeschriftung in Gramm.
    Bei dieser Methode muss die Waage justiert sein.

Bei der Nullabgleichs- oder Kompensations-Messmethode wird eine bekannte Größe so eingestellt, dass die Differenz mit der zu messenden Größe den Wert null ergibt.

Abwandlungen dieser Grundformen; Beispiele

Bei der Vergleichs- oder Substitutions-Messmethode wird die (zur quantitativen Auswertung ungeeignete) Anzeige der zu messenden Größe nachgebildet durch eine gleich große Anzeige mittels einer einstellbaren bekannten Größe.

  • Beispiel: Federwaage mit Skalenbeschriftung in Millimeter.
    Bei dieser Methode muss für die Waage ein Satz von Gewichten zur Verfügung stehen. Bei der Messung wird dann der gleiche Ausschlag mit Gewichtstücken hergestellt wie der vom unbekannten Objekt verursachte. (Die Masse des unbekannten Objektes wird durch Gewichtstücke „substituiert“.)

Bei der Differenz-Messmethode wird statt der zu messenden Größe ihr Unterschied zu einer Vergleichsgröße ermittelt.

  • Beispiel: Balkenwaage mit Skale (also mehr als nur Nullpunkt-Anzeige).
    Bei dieser Methode entsteht ein Ausschlag, mit dem kleine Änderungen einer Größe wesentlich genauer messbar sind als durch Differenzbildung nach Messungen der Größe selber.

Bei der integrierenden Messmethode wird die zu messende Größe aus Augenblickswerten durch Integration (je nach Technik auch durch Summation oder Zählung) gewonnen, vorzugsweise über der Zeit.

  • Beispiel: Zählwerk zur Entfernungsmessung, das die Umdrehungen eines Rades erfasst.
    Bei dieser Methode kann auch bei starken Schwankungen (im Beispiel in der Drehzahl) eine zuverlässige Aussage gewonnen werden.

Analoge oder digitale Methode

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Siehe hierzu – auch zu einer Gegenüberstellung der Methoden – den Artikel Digitale Messtechnik.

Direkte oder indirekte Methode

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Direkte Messtechnik

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Bei der direkten Messmethode wird die Messgröße unmittelbar mit einem Maßstab oder einem Normal verglichen. Beispiele einer direkten Messung sind das Anlegen eines Maßstabes an die zu bestimmende Länge oder der direkte Vergleich einer zu messenden elektrischen Spannung mit einer einstellbaren Referenzspannung auf einem Spannungs-Kompensator.

Indirekte Messtechnik

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Die Messsysteme und indirekte Messmethoden machen Größen auch dann messbar, wenn sie auf direktem Wege nicht zugänglich sind. Man misst eine andere Größe und bestimmt daraus die Messgröße, wenn zwischen beiden aufgrund eines Messprinzips ein bekannter eindeutiger Zusammenhang besteht. Beispielsweise wäre der Abstand von Erde und Mond durch direkten Vergleich mit einem Maßstab niemals bestimmbar. Nach der Postierung von Retroreflektoren auf dem Mond 1969 gelingt dies hingegen über die Laufzeitmessung eines LASER-Strahls, seit 2007 liegt die Unsicherheit schon im Millimeterbereich.[2]

Eine sehr verbreitete Methode der indirekten Entfernungsmessung, mit der auch der Radius der Mondbahn bestimmt werden kann, ist die Triangulation. Von den beiden Endpunkten einer Standlinie bekannter Länge aus bestimmt man die Winkel, unter denen ein dritter Punkt zu sehen ist. Aus den Winkeln und der bekannten Distanz kann der Abstand des dritten Punktes zur Standlinie berechnet werden. Ähnlich kann der Abstand des Mondes durch indirekten Vergleich mit einem relativ kurzen Maßstab bestimmt werden.

Die Mehrzahl der in Alltag, Wissenschaft oder Industrie eingesetzten Messverfahren verwenden indirekte Methoden. Das unterstreicht auch die Bedeutung des Verständnisses von Messabweichungen und ihrer Fortpflanzung durch mehrstufige Messsysteme (siehe auch Ausgleichsrechnung und Varianzanalyse).

Als Variante bzw. Erweiterung der indirekten Messmethoden können sog. Simultanmessungen gelten. In vielen Bereichen von Naturwissenschaft und Technik werden gleichzeitige Messungen von verschiedenen Punkten aus vorgenommen. Der Zweck ist das Eliminieren von Zeitfehlern, das Minimieren der Messabweichung oder das Aufdecken von Quellen systematischer Messfehler je nach Toleranz.

Thematische Einteilung

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Die Teilgebiete und Themen der Messtechnik lassen sich wie folgt gruppieren:

Portal: Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
Thematische Gruppierung
Messgerät, Messeinrichtung, Multimeter, Messmittel
Messwert, Messergebnis, Messunsicherheit
Messabweichung, Messgeräteabweichung
Fehlergrenze, Fehlerfortpflanzung, Fehlerrechnung
Reduktion (Messung), Eichung
Sensor, Sensorik, Messprinzip
Messung (als Ausführen von geplanten Tätigkeiten)

Metrologie (als Wissenschaft vom Messen und ihre Anwendung)

Schaltzeichen zur Messtechnik

Grundlagen der elektrischen Messtechnik

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Beispiel für eine klassische Analyse im Rahmen von Laborarbeiten am ehemaligen Lawrence Radiation Laboratory (LRL), Livermore, heute Teil des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL). Die Proben mit radioaktiven Partikeln und ihre Aktivitätswerte (Daten) werden auf dem Diagramm eines Ionisationszählers „analog“ aufgezeichnet (Messschreiber). (1968)

Vertiefend zu den vorstehenden Themen sind zu nennen:

Themengebiet Vertiefung
Zeitabhängigkeit von Messgrößen
Elektromechanische anzeigende Messgeräte z. B. Analogmultimeter
deren Fehlergrenzen
Digitalelektronische anzeigende Messgeräte z. B. Digitalmultimeter
deren Fehlergrenzen
Registrierende Messgeräte z. B. Oszilloskope, Messschreiber
Anpassende Messgeräte z. B. Messumformer, Messumsetzer, Messverstärker
deren Messsignale
Messverfahren
für elektrische Größen
z. B. Widerstandsänderung, Wirkleistung
für nicht elektrische Größen
z. B. Temperatur, Druck (siehe weiter unten)

Typen von Messgeräten

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Eine ausführliche Aufzählung von Messgeräten findet sich im Artikel Messgerät.

Einen Überblick, wie teilweise erst eine Kette aus Messgeräten von unterschiedlichem Typus zum gesuchten Messwert führt, findet sich im Artikel Messeinrichtung.

Physikalischen Messgrößen

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Größe Messgerät Einheit
Druck Druckmessgerät, Dehnungsmessstreifen, Barometer Pa, Bar
Durchfluss Durchflussmesser, Durchflusssensor m³/s, l/min, kg/s
Elektrische Spannung Spannungsmessgerät V
Elektrischer Strom Strommessgerät A
Frequenz Frequenzmesser, Frequenzzähler Hz
Geschwindigkeit Geschwindigkeitsmessung, Tachometer m/s
Kraft Kraftmessung, Kraftaufnehmer N
Länge/Weg/Tiefe Entfernungsmessung, Wegsensor m
Temperatur Thermometer, Widerstandsthermometer, Thermoelemente K, °C, °F

Für weitere Größen siehe Liste von Messgeräten.

Die Messtechnik ist in Verbindung mit der Steuerungs- und Regelungstechnik eine Voraussetzung der Automatisierungstechnik. Für die Methoden und Produkte der industriellen Fertigung kennt man den Begriff der Fertigungsmesstechnik.

Einzelnachweise

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  1. Ein Ringlehre oder Ringmessgerät ist ein zylindrischer Ring aus einem thermisch stabilen Material, häufig Stahl, dessen Innendurchmesser auf Maßtoleranz gefertigt ist und der zur Überprüfung des Außendurchmessers eines zylindrischen Objekts verwendet wird.
  2. James B. R. Battat u. a.: The Apache Point Observatory Lunar Laser-ranging Operation (APOLLO): Two Years of Millimeter-Precision Measurements of the Earth-Moon Range. (PDF; 515 kB) In: iopscience.iop.org. The Astronomical Society of the Pacific, 9. Januar 2009, abgerufen am 4. April 2021.